Private Krankenversicherung für Studenten – Lohnt sich der Wechsel?
Die Wahl der richtigen Krankenversicherung ist für Studenten ein wichtiges Thema. Viele stehen vor der Entscheidung: gesetzlich oder privat versichern? Während die meisten in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bleiben, kann für einige die private Krankenversicherung (PKV) eine interessante Alternative sein. Doch lohnt sich die private Krankenversicherung wirklich für Studenten? Welche Vor- und Nachteile gibt es? Und unter welchen Bedingungen kann man wechseln?
In diesem Beitrag klären wir alle wichtigen Fragen zur privaten Krankenversicherung für Studenten und geben praktische Tipps für die richtige Wahl.
1. Gesetzliche oder private Krankenversicherung – Was ist besser für Studenten?
Grundsätzlich gibt es für Studenten zwei Möglichkeiten der Krankenversicherung:
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Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
- Studenten sind bis zum 25. Lebensjahr in der Regel über die Familienversicherung der Eltern beitragsfrei mitversichert.
- Danach besteht die Möglichkeit der freiwilligen studentischen Krankenversicherung mit vergünstigten Beiträgen.
- Die Beiträge steigen mit dem Alter und betragen aktuell rund 120 bis 160 Euro pro Monat (inklusive Pflegeversicherung).
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Private Krankenversicherung (PKV)
- Studenten können sich unter bestimmten Bedingungen privat versichern.
- Die Beiträge sind nicht einkommensabhängig, sondern orientieren sich an Tarif und Gesundheitszustand.
- Oft gibt es günstige Studententarife, die unter denen der GKV liegen können.
Doch wann lohnt sich ein Wechsel zur PKV wirklich?
2. Wer kann sich als Student privat versichern?
Nicht jeder Student kann sich einfach so privat versichern. Es gibt bestimmte Voraussetzungen:
- Studenten, die vor dem Studium privat versichert waren, können weiterhin privat versichert bleiben.
- Beamtenanwärter oder Stipendiaten haben oft Vorteile durch Beihilfe oder spezielle Tarife in der PKV.
- Studierende, die älter als 30 Jahre sind, müssen sich freiwillig gesetzlich versichern oder können in die PKV wechseln.
- Selbstständige Studenten haben ebenfalls die Möglichkeit, sich privat zu versichern.
Wichtig: Wer sich zu Beginn des Studiums für die PKV entscheidet, kann während des Studiums nicht mehr in die GKV zurückkehren.
3. Vorteile der privaten Krankenversicherung für Studenten
Die private Krankenversicherung bietet einige Vorteile gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung:
✅ Günstigere Beiträge für junge, gesunde Studenten
Viele private Krankenversicherungen bieten spezielle Studententarife, die teilweise unter den Beiträgen der gesetzlichen Krankenversicherung liegen.
✅ Bessere medizinische Leistungen
Privatversicherte profitieren oft von besseren Leistungen wie:
- Chefarztbehandlung im Krankenhaus
- Schnellere Termine bei Fachärzten
- Behandlung durch Spezialisten
- Alternative Heilmethoden wie Osteopathie oder Homöopathie
✅ Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit
Wer selten zum Arzt geht und keine Rechnungen einreicht, kann von Beitragsrückerstattungen profitieren.
✅ Individuelle Tarifgestaltung
Studenten können Tarife wählen, die genau zu ihren Bedürfnissen passen, z. B. mit Selbstbeteiligung für niedrigere Beiträge.
4. Nachteile der privaten Krankenversicherung für Studenten
Neben den Vorteilen gibt es auch einige Nachteile, die bedacht werden sollten:
❌ Kein Wechsel zurück in die GKV während des Studiums
Einmal privat versichert, gibt es während des Studiums keine Rückkehrmöglichkeit in die GKV.
❌ Kosten für Arztbesuche müssen zunächst selbst bezahlt werden
Privatversicherte müssen Arztkosten selbst vorstrecken und die Rechnungen bei der Versicherung einreichen. Das kann zu finanziellen Engpässen führen.
❌ Steigende Beiträge im Alter
Während die PKV für junge Studenten oft günstig ist, steigen die Beiträge später im Berufsleben deutlich an.
❌ Kein Schutz durch Familienversicherung
Wer sich privat versichert, kann nicht in der kostenfreien Familienversicherung der Eltern bleiben.
5. Kosten der privaten Krankenversicherung für Studenten
Die Beiträge in der PKV variieren je nach Anbieter, Tarif und Gesundheitszustand. Typische Studententarife beginnen bei etwa 80 bis 150 Euro pro Monat.
Folgende Faktoren beeinflussen die Beitragshöhe:
- Alter des Studenten
- Gesundheitszustand (Vorerkrankungen führen zu Risikozuschlägen)
- Gewählte Leistungen und Selbstbeteiligung
Viele Versicherer bieten spezielle Tarife für Studenten bis 34 Jahre mit günstigeren Konditionen.
6. Wechsel von der GKV in die PKV – So geht’s
Wer sich für eine private Krankenversicherung entscheidet, muss sich von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreien lassen. Das funktioniert so:
- Bei Immatrikulation Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht stellen (bei der Krankenkasse innerhalb von 3 Monaten).
- Nachweis einer privaten Krankenversicherung vorlegen.
- Nach der Befreiung ist kein Wechsel zurück in die GKV während des Studiums möglich.
Tipp: Wer sich nicht sicher ist, ob die PKV die beste Wahl ist, sollte vorher genau kalkulieren und sich beraten lassen.
7. Wann lohnt sich die private Krankenversicherung für Studenten?
Die private Krankenversicherung kann sich lohnen für:
✅ Junge, gesunde Studenten, die von günstigen Tarifen profitieren.
✅ Selbstständige oder Freiberufler, die langfristig privat versichert bleiben möchten.
✅ Studenten mit hohen Ansprüchen an medizinische Versorgung, z. B. schnelle Termine oder Spezialisten.
✅ Beamtenanwärter oder Stipendiaten, die durch Beihilfe Vorteile haben.
Sie lohnt sich weniger für:
❌ Studenten, die finanziell knapp sind und keine Arztrechnungen vorstrecken können.
❌ Personen mit Vorerkrankungen, da Risikozuschläge die Beiträge erhöhen.
❌ Studenten, die später in die gesetzliche Krankenversicherung zurückkehren möchten.
8. Fazit: PKV für Studenten – eine individuelle Entscheidung
Die Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung hängt von individuellen Faktoren ab. Die private Krankenversicherung bietet bessere Leistungen und teilweise günstigere Beiträge, aber auch langfristige Verpflichtungen.
Ein Wechsel zur PKV sollte daher gut überlegt sein – vor allem, da ein Rückkehr zur GKV während des Studiums nicht möglich ist. Studenten sollten sich vor der Entscheidung umfassend beraten lassen und verschiedene Tarife vergleichen.
Empfehlung:
💡 Wer unsicher ist, kann zunächst in der GKV bleiben und die Familienversicherung nutzen. Ein späterer Wechsel in die PKV ist in bestimmten Fällen noch möglich.